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Anlage des "Erinnerungsgarten der Kulturen" (Foto: Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner e.G.)

Erinnerungsgarten der Kulturen
Als bundesweit erste Stadt hat Heidelberg auf dem Bergfriedhof einen sogenannten „Erinnerungsgarten der Kulturen“ eröffnet – ein Gemeinschaftsgrabfeld mit Grabstätten für Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen oder Religionen. mehr dazu

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Landschafts- und Forstamt
Weberstraße 7
69120 Heidelberg
Telefon 06221 58-28000 und 58-28010
Fax 06221 64923-29

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Bergfriedhof mit Krematorium

Anschrift

Steigerweg 20
69115 Heidelberg
Mobil: 0172 6284659
Telefon: 06221 58-28090 oder 06221 58-28050
Fax: 06221 58-28990

Verkehrsanbindung

Straßenbahn Linien 23 und 24
Haltestelle West-/Südstadt oder Bergfriedhof
S-Bahn Linien 1 und 2
Haltestelle West-/Südstadt S-Bahnhof

Allgemeine Informationen

Der Bergfriedhof ist mit rund 15 ha Fläche der größte Friedhof in Heidelberg und der näheren Umgebung. Am 18. September 1844 wurde der „Neue Friedhof an der Steige“ als erster Heidelberger Friedhof unter kommunaler Führung feierlich eröffnet. Anfänglich lag der Gottesacker noch am Fuß eines Weinberges. Doch schon bald wurden aus Platzgründen auch die Terrassen des Hangs des später oberhalb angrenzenden Waldgeländes mit einbezogen.
Der rasante Bevölkerungszuwachs machte eine stete Erweiterung notwendig, bevor der Bergfriedhof im Jahr 1952 seine heutige Ausdehnung (das fünffache seit 1844) erreichte.

Anfang der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde der Bergfriedhof für Erdreihenbestattungen geschlossen, weil er an seine Kapazitätsgrenze kam. Zeitweise drohte auch die völlige Schließung, als ab Anfang 1914 mit dem Bau des Zentralfriedhofs im Neuenheimer Feld (heute das Gelände des Zoos) neue Bestattungsmöglichkeiten geschaffen wurden. Im Zusammenhang mit dem Bau des Neckarkanals stieg jedoch der Grundwasserspiegel derart an, dass das Gelände des Zentralfriedhof für Bestattungen nicht mehr geeignet war und die Weiterentwicklung aufgegeben werden musste.

Die Grabstätten auf dem Bergfriedhof liegen an verschlungenen Wegen auf Geländeterrassen, eingebettet in eine variantenreiche und üppige Pflanzenwelt aus Bäumen, Sträuchern, Hecken und Bodendeckern. Die Gartenarchitektur folgt bis heute den Entwürfen von Johann Metzger, dessen Prinzip es war, gegebene Geländestrukturen des Friedhofs zu erhalten und durch entsprechend gewählte Vegetation ein „natürliches Landschaftsbild“ zu vermitteln.
Das imposanteste Grabgebäude ist das Mausoleum der Eheleute Bartholomae, welches der in Amerika zu großem Reichtum gekommene Bierbrauer Philipp Bartolomae für seine 1898 verstorbene Ehefrau Sophie Bartholomae von dem Weinheimer Architekten Otto Hasslinger in der Gestalt eines offenen antiken Tempels errichten ließ.
Die Kapelle des Friedhofs wurde 1842 nach den Plänen des Stadtbaumeisters Heinrich Greif errichtet. Später wurde sie mehrmals umgebaut und erweitert. 1891 wurde das Krematorium, nach Gotha das älteste in Deutschland, in Betrieb genommen.

Bekannte Heidelberger Persönlichkeiten sind hier begraben: Reichspräsident Friedrich Ebert, Dirigent und Komponist Wilhelm Furtwängler, Wissenschaftler Carl Bosch und Robert Bunsen, Astronom Max Wolf, Homer-Übersetzer Johann Heinrich Voß, Geologe Martin Dibelius, Erfinder Felix Wankel, Rechtsphilosoph Gustav Radbruch, Soziologe Max Weber, Priester Alfons Beil, Dichterin Hilde Domin und viele andere.

Rundwege führen zu den Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten

Der Bergfriedhof ist mehr als eine Begräbnisstätte: Vier ausgeschilderte Rundwege laden Interessierte dazu ein, den Friedhof als Ort bedeutender kulturhistorischer Schätze zu entdecken und die Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten systematisch zu erkunden. Ein von der Friedhofsverwaltung aufgelegtes Faltblatt, das es kostenlos im Verwaltungsgebäude des Friedhofs am Steigerweg gibt, hilft zusätzlich bei der Orientierung auf den Rundwegen. Durch den größten Heidelberger Friedhof zieht sich ein Wegenetz von mehr als 20 Kilometern Länge; teils auf breiten Wegen, teils entlang kleinerer Pfade am Berghang.
Rundwege als Faltblatt (897,1 KB)

Das Friedhofsmobil

Seit August 2009 gibt es auf dem Bergfriedhof ein neues, kostenloses Service-Angebot: das Friedhofsmobil. Das Angebot richtet sich an alle, für die der Weg zu den Gräbern der Angehörigen mühsam und beschwerlich ist. Nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung nimmt ein Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung die Friedhofsbesucher/-innen am Haupteingang in Empfang, bringt sie – im Schritttempo – zur Grabstelle und holt sie auf Wunsch zu einem vereinbarten Zeitpunkt oder über einen Anruf wieder ab, um sie zum Friedhofsausgang zurückzubringen. Das Friedhofsmobil kann montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr über die Mobiltelefon-Nummer 0172 3685821 gebucht werden. Fahrzeiten sind vorerst von 10 bis 15.30 Uhr.

Angesichts der Größe und der Topografie des Bergfriedhofs mit seinem mehr als 23 Kilometer langen Wegenetz ist das Fahrzeug eine kostbare Hilfe für die älteren oder gehbehinderten Friedhofsbesucherinnen und -besucher. Das Basismodell des zierlichen Elektrofahrzeugs ist ein Golfmobil, das in eine Limousine umgewandelt wurde und nun als lautloser, umweltfreundlicher „Weggefährte“ zur Verfügung steht. Die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner hat der Stadt Heidelberg das Fahrzeug gespendet. Informationen zu dem neuen Angebot gibt es unter anderem bei der Friedhofsverwaltung und bei den Friedhofsgärtnereien.

Das Krematorium

Das Krematorium wurde im Jahr 1891 eröffnet. Errichtet wurde es aus freiwilligen Beiträgen von Freunden der Feuerbestattung nach Plänen des Heidelberger Architekten Philipp Thomas, angelehnt an die Architektur eines griechischen Tempels.

In der Folge wurde die Anlage mehrfach erneuert, wobei das historische Gebäude in seinem Bestand erhalten blieb. Schon in den 80er Jahren des vorletzten Jahrhunderts hatte sich die Vereinigung von Freunden der facultativen Feuerbestattung formiert. Die Idee der Feuerbestattung gewann damals weltweit immer mehr Anhänger.
Das erste neuzeitliche Krematorium wurde im Jahr 1875 in Mailand errichtet, ein Jahr später das zweite in Washington/USA. In Deutschland erfolgte die erste Feuerbestattung im Jahr 1878 in Gotha.

Dreizehn Jahre später folgte Heidelberg als zweite deutsche Stadt. Betrieben wird das Krematorium heute durch zwei moderne, elektrisch betriebene Öfen.