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Bürgermeister Wolfgang Erichson (Foto: Diemer)
Wolfgang Erichson
Bürgermeister
Palais Graimberg - Kornmarkt 5
69117 Heidelberg
Telefon 06221 58-20600/-20610

Interreligiöser Kalender

März 2021
Bahá'i
01. - 19.03.
Beginn des Fastenmonats (Alá)
islamisch
10.03.
Lailat al Miraj, Himmelfahrt des Propheten Mohammad
Bahá'i
20.03.
Neujahrsfest des Jahres 178 (Nav-Rúz)
christlich (katholisch)
25.03.
Verkündigung des Herrn
islamisch
27.03.
Lailat al Bara'a, Nacht der Erlösung
christlich
28.03.
Palmsonntag, Beginn der Karwoche
jüdisch
28.03.
Beginn des Pessachfestes

Lailat al Miraj erinnert an die Himmelsreise (al miradsch = Leiter) und die sogenannte Nachtreise (al isra) des Propheten Mohammed in Begleitung des Erzengels Gabriel, über die am Anfang der Sure 17 und im Hadith (Berichte aus dem Leben Mohammeds) berichtet wird. Mohammed soll, von Mekka kommend, auf seiner wundersamen Reise in Jerusalem Abraham, Mose und Jesus getroffen haben. In der islamischen Theologie wird darüber diskutiert, ob die Reise im Schlaf oder in wachem Zustand beziehungsweise in spiritueller Erfahrung erfolgt sei. An diesem Tag wird in den Moscheen in Sprechgesang und Gedichten des Propheten gedacht.

Verkündigung des Herrn: Mit diesem Feiertag richtet die katholische Kirche ihren Blick auf die Geburt Jesu: neun Monate vor Weihnachten wird an den Besuch des Engels Gabriel bei Maria erinnert. Im Lukasevangelium wird erzählt, wie Maria die Botschaft hört, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen soll. Obwohl sie es nicht begreifen kann, ist sie bereit, dass Gottes Geist an ihr wirkt. Sie antwortet: „Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Durch diesen Satz gilt Maria als Vorbild im Glauben an Gottes Wirken. Auch im Koran (Sure 19) wird die Verkündigungsgeschichte erzählt. Maria als Maryam genießt große Verehrung.

Am 27. März beginnt mit Lailat al Bara’a die Zeit der religiösen Besinnung, die anschließend in den Fastenmonat Ramadan übergeht. In der Nacht der Vergebung wirkt nach islamischer Auffassung Allah besonders segensreich und erhöre mehr Gebete als in anderen Nächten. Gute Taten werden in dieser Nacht doppelt angerechnet. Die Gläubigen verbringen weltweit diese Nacht betend zu Hause oder in den festlich erleuchteten Moscheen.

Das Fest Pessach erinnert an die Flucht der Israeliten aus Ägypten. Ungesäuertes Brot, die Matzen („mazzot“), symbolisieren die überstürzte Flucht. Im Familienkreis wird das ‚Fest der Befreiung‘ gefeiert und die „Haggada“, die Erzählung vom Auszug, vorgelesen. Im Mittelpunkt des festlich gedeckten Tisches steht der Sederteller. Alle Zutaten (wie Bitterkraut, Charossetmus, Karpass, Ei und ein Schälchen Salzwasser) sind symbolischer Teil des Sederrituals. Als Sinnbild von vier der fünf Stufen der Befreiung und Erlösung werden gemeinsam vier Becher Wein getrunken.

Erläuterungen zu den Feiertagen im Interreligiösen Kalender (nach Alphabet)


A

Advent (christlich)

Der Advent ist für die Christen eine Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu. Mit dem vierten Sonntag vor Weihnachten beginnen das Kirchenjahr und die Reihe der Adventssonntage, die mit biblischen Lesungen der Propheten auf den Retter der Menschheit verweisen. Dies tun auch die vier Kerzen, die üblicherweise auf einem Adventskranz gesteckt, nacheinander entzündet werden und auf die Ankunft (= Advent) des Heilandes verweisen. Vor dem 7. Jahrhundert wurde der Advent als achtwöchige Fastenzeit begangen und dauerte vom 11. November bis zu Epiphanias, dem Erscheinungsfest am 6. Januar. Noch heute sollen im Advent der Schmuck der Kirchen im Gottesdienst bescheidener sein, um dann an Weihnachten mit dem Entzünden der Kerzen auf dem Weihnachtsbaum den Glanz des Festes deutlicher werden zu lassen.

Alá (Bahá'i)

Fastenmonat Ala: Nach der Angleichung des Bahá'i-Kalenders an den Sonnenkalender mit 365 Tagen Ende Februar (siehe letztes Kalenderblatt) werden der 01. bis 19. März als Fastenzeit begangen. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang enthalten sich die gesunden Erwachsenen der Einnahme von Speisen und Getränken. Das neue Jahr 177 beginnt danach am Abend des 20. März.

Al Bab (Bahá’i)

Al Bab (arabisch „das Tor“) war der religiöse Ehrentitel von Seyyed Ali Muhammad Schirazi, der 1819 in Schiraz/Iran geboren wurde. Den Babi und den Bahá'i gilt er als ein Gottgesandter, als Manifestation Gottes und Herold des Baha‘u‘llah. Seine erste Offenbarung erhielt er 1844 und beschrieb sie im ersten Kapitel seines Kommentars zur Joseph-Sure (der 12. Sure des Korans). Er nahm für sich in Anspruch, das von den Propheten verheißene Sprachrohr Gottes zu sein und zugleich Vorbote eines unermesslich Größeren als er selbst. Als Al Bab von einer Pilgerreise nach Mekka und Medina zurückkehrte, wurde er verhaftet, verbannt und - nach nur sechs Jahren seines öffentlichen Wirkens - 1850 in Täbris öffentlich hingerichtet. In einem Jahre später gebauten Mausoleum am Berg Karmel in Israel fand er seine letzte Ruhestätte, die 1953 um eine weithin sichtbare Goldkuppel erweitert wurde. Es ist neben dem Mausoleum von Baha’u'llah die wichtigste Pilgerstätte der Bahá'is. Um dieses herum entstanden Gartenanlagen und Gebäude des Weltzentrums der internationalen Bahá'i-Gemeinden. Jährlich erinnern diese an den Märtyrertod des Bab, indem sie am 9. Juli um 13 Uhr, der Stunde seiner Hinrichtung, eine Andacht abhalten und mit Texten und Gebeten aus den Bahá'i-Schriften an die Umstände rund um dieses Ereignis gedenken. Lange wurden der Babismus und die Verbreitung seiner Schriften unterdrückt. Seine Lebensdaten sind aber als Feiertage in den Bahá'i-Kalender aufgenommen.Al Bab (arabisch "das Tor") war der religiöse Ehrentitel von Seyyed Ali Muham-mad Schirazi, der 1819 in Schiraz (Iran) geboren wurde. Den Babi und den Bahá‘i gilt er als ein Gottgesandter, als Manifestation Gottes und Herold des Baha‘u‘llah. Seine erste Offenbarung erhielt er 1844 und beschrieb sie im ersten Kapitel seines Kommentars zur Joseph-Sure (der 12. Sure des Korans). Er nahm für sich in Anspruch, das von den Propheten verheißene Sprachrohr Gottes zu sein und zugleich Vorbote eines unermesslich Größeren als er selbst. Als Bab von einer Pilgerreise nach Mekka und Medina zurückkehrte, wurde er verhaftet, verbannt und - nach nur sechs Jahren seines öffentlichen Wirkens - 1850 in Täbris öffentlich hingerichtet. In einem Jahre später gebauten Mausoleum am Berg Karmel in Israel fand er seine letzte Ruhestätte, die 1953 um eine weithin sichtbare Goldkuppel erweitert wurde. Es ist neben dem Mausoleum von Baha’u‘llah die wichtigste Pilgerstätte der Bahá‘is. Um dieses herum entstanden Gartenanlagen und Gebäude des Weltzentrums der internationalen Bahá‘i-Gemeinden. Jährlich erinnern diese an den Märtyrertod des Bab, indem sie am 9. Juli um 13 Uhr, der Stunde seiner Hinrichtung, eine Andacht abhalten und mit Texten und Gebeten aus den Bahá‘i-Schriften an die Umstände rund um dieses Ereignis gedenken. Lange wurden der Babismus und die Verbreitung seiner Schriften unterdrückt, seine Lebensdaten aber als Feiertage in den Bahá‘i-Kalender aufgenommen. 

Al Hidjra/Islamisches Neujahrsfest (islamisch)

Die islamische Zeitrechnung beginnt mit der Hidjra, d. h. der Übersiedlung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina (622 nach Christus). Ähnlich dem jüdischen Kalender bedient sich auch der islamische Kalender des Mondjahres. So verschiebt sich - im Vergleich zum sonst üblichen Sonnenjahr - das Neujahrsfest in jedem Jahr um ca. 11 Tage.

Allerheiligen (christlich)

Allerheiligen ist ein christliches Fest, an dem aller Heiligen gedacht wird. Neben ihnen und den kirchlich anerkannten Märtyrern wollte man auch an all diejenigen erinnern, die nach Gottes Wort vorbildlich leben. Der Termin des Festes wurde zunächst in Rom und dann 835 für die gesamte Westkirche auf den 1. November gelegt. Ende des 10. Jahrhunderts wurde, ausgehend vom französischen Kloster Cluny, am 2. November ein Gedenktag an alle Verstorbenen, Allerseelen, angeschlossen.

Annuntiatio Domini (rk)

Die Annuntiatio Domini ist ein Fest im katholischen Kirchenjahr und geht auf das Lukasevangelium und die dortige Ankündigung der Geburt Christi durch den Erzengel Gabriel zurück. Im Evangelium wird erzählt, wie Maria die Botschaft hört, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen soll. Obwohl sie es nicht begreifen kann, ist sie bereit, dass Gottes Geist an ihr wirkt: „Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast“. Durch diesen Satz gilt Maria als Vorbild im Glauben an Gottes Wirken. Auch im Koran (Sure 19) wird die Verkündigungsgeschichte sowie über die Geburt Jesu erzählt. Maria als Maryam genießt im Islam große Verehrung.

Ashura (islamisch)

Am islamischen Ashurafest treffen sich die Muslime (Sunniten) in der Moschee zu Gemeinschaftsgebet und Predigt. Es heißt, dass die Gebete dieses Tages besonders erhört werden. Freunde, Verwandte und Nachbarn werden mit guten Wünschen und Geschenken bedacht. Die Schiiten gedenken an Ashura an den Tod des dritten Imam Hussain in der Schlacht von Kerbala. Der Sohn von Mohammeds Tochter Fatima gilt ihnen als Märtyrer. Auch die Aleviten feiern diesen Tag nach 12-tägigem Fasten in ähnlichem Sinn.

Aschermittwoch (christlich)

Aschermittwoch: In den christlichen Kirchen beginnt 40 Tage vor Ostern die Passions- und Fastenzeit und erinnert an das gleichlange Fasten Jesu vor Beginn seines Wirkens. Mit diesem Tag endet zugleich der Karneval, die Fastnacht oder Fasching. Es beginnt die mehrwöchige Vorbereitung auf das höchste christliche Fest.

Ayyám-i-Há (Bahá'i)

Beim religiösen Bahá'i-Kalender handelt es sich um einen Sonnenkalender, der aus 19 Monaten mit 19 Tagen besteht, wobei jeder Kalendertag wie auch im Judentum und im Islam mit dem Sonnenuntergang des Vortages beginnt.Die Ayyám-i-há-Tage sind eingeschobene Tage, die zunächst dazu dienen, den Kalender an das Sonnenjahr anzugleichen. In der Regel gibt es vier Schalttage, die im vierjährigen Rhythmus um einen weiteren Tag erweitert werden.Im Kitab-i-Aqdas, dem Heiligsten Buch der Bahá'i, ist der Zeitraum der Schalttage auf die Zeit vom 26. bis 1. März festgelegt. Dieser im kalendarischen Kontext rein ordnenden Regel sind im heiligsten Buch jedoch religiöse Inhalte beigefügt. Sie sind auf Gastfreundschaft und fürsorgliches Miteinander ausgerichtet. Anschließend an diese Schalttage beginnt ab 01. März eine zwölftägige Fastenzeit.


B

Badikalender (Bahá'i)

Der Badikalender der Bahá'i beginnt im Jahr 1844. Er ist ein Sonnenkalender mit 19 Monaten zu 19 Tagen. Vor dem 19. Monat werden vier (im Schaltjahr fünf) Tage eingefügt (die Ayyam-i-Ha).

Baha'u'llah (Bahá'i)

Die Bahá‘i-Religion geht auf das Wirken zweier Stiftergestalten im 19. Jahrhundert zurück: Seyyed ’Ali Muhammad Sirazi (1819 - 1850), genannt „der Báb“ (arabisch „das Tor“), und Nirza Husain Ali Nuri (1817 - 1892), genannt „Baha’u’llah“ (arabisch „Herrlichkeit Gottes“) zurück. Letzterer ist der eigentliche Religionsstifter, während der Báb als dessen Vorläufer und Wegbereiter betrachtet wird. Im Jahr 2019 wird weltweit in den Bahá‘i-Gemeinden der 200. Jahrestag der Geburt des Báb gefeiert.Im Mai 1845 erhob dieser erstmals den Anspruch auf eine göttliche, nach-koranische Offenbarung und kündigte eine weitere Offenbarungsgestalt an. Der sogenannte Babismus gewann schnell Anhänger im schiitischen Umfeld, stieß aber bei den schiitischen Gelehrten und der Geistlichkeit auf massive Ablehnung. Der Báb selbst wurde in der Folge wiederholt an verschiedene Orte des Irans verbannt und schließlich im Jahre 1850 hingerichtet. Sein Schrein in Haifa und der des Baha’u’llah in Westgaliläa sind die wichtigsten Pilgerstätten der Bahá‘i und gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Buß- und Bettag (christlich)

Seit Ende des 19. Jahrhunderts begeht die evangelische Kirche den Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr als gemeinsamen Buß- und Bettag. Schon zuvor wurden die Gläubigen immer wieder in Buß- und Bettagen jeweils aus aktuellen Anlässen und in Notzeiten zu Umkehr und Gebet aufgerufen. 1994 wurde dieser Feiertag nach langen politischen Diskussionen als arbeitsfreier Tag gestrichen, um die Mehrkosten der Arbeitgeber für deren Beiträge zur neu eingeführten Pflegeversicherung auszugleichen.


C

Chanukkafest (jüdisch)

Das jüdische Fest Chanukka ist - ähnlich dem christlichen Advent und Weihnachten - ein Lichterfest. Es erinnert daran, dass der Tempel in Jerusalem im Jahr 164 vor der Zeitrechnung, während der Besetzung Israels durch die griechischen Seleukiden und des von diesen verfügten Verbotes der jüdischen Religionsausübung, in einem Aufstand unter Juda Makkabi und seinen Brüdern zurückerobert wurde. Man fand zur Wiedereinweihung nur noch einen kleinen Krug mit wenig Öl für den siebenarmigen Leuchter, die Menora, ausreichend für einen Tag. Der Leuchter brannte aber, so wird überliefert, ganze acht Tage lang, bis neues Öl zur Verfügung stand. In Erinnerung an die Rettung der jüdischen Religion wird auch heute noch an jedem Chanukkatag eine neue Kerze entzündet, bis dann am achten Tage alle Kerzen brennen. Traditionelle Feiertagsspeisen sind in heißem Öl zubereitete Speisen, die an das Ölwunder und an die Ereignisse des Makkabäeraufstandes erinnern sollen.

Christkönigstag (katholisch)

Der Ewigkeitssonntag, früher Totensonntag, wurde offiziell durch den preußischen König Friedrich Wilhelm II. im April 1816 für die evangelischen Kirchen in Preußen eingeführt und auf den letzten Sonntag vor dem Beginn des neuen Kirchenjahres (1. Advent) gelegt. Die anderen evangelischen Landeskirchen in Deutschland und auch die in der Schweiz übernahmen diese Festlegung. In Deutschland handelt es sich dabei um einen sogenannten „stillen“ Trauer- und Gedenktag. Mit besonderen liturgischen Gottesdiensten wird der Verstorbenen im zu Ende gehenden Kirchenjahr gedacht. Zudem gelten spezielle Einschränkungen was Tanzveranstaltungen oder Ähnliches im öffentlichen Raum und Gaststätten betrifft, um der Pietät dieses Gedenktages besonderen Ausdruck zu verleihen. Am gleichen Tag wird in der römisch-katholischen Kirche der Christkönigstag als Hochfest „Christus, König der Welt“ gefeiert. Dieses Fest wurde anlässlich des Heiligen Jahres 1925 von Papst Pius XI. mit seiner Enzyklika „Quas primas“ eingesetzt, auf den letzten Sonntag im Oktober gelegt und später im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahre 1970 auf den letzten Sonntag im November gelegt. Zudem wurde in den liturgischen Texten dieses Festes der eschatologische Aspekt der Königsherrschaft Christi stärker hervorgehoben.


D

Dreifaltigkeitssonntag/Trinitatis (christlich)

Mit Gott, dem Vater, und Jesus Christus, seinem Sohn, bildet nach christlichem Verständnis der Geist Gottes oder der Heilige Geist die göttliche Dreieinigkeit (trinitas dei). Viele Kirchen erinnern in ihrem Namen daran: Dreifaltigkeitskirche, Trinitatiskirche oder Ähnliches. In vielen Abbildungen wird der Heilige Geist als Feuerflamme oder auch als Taube dargestellt, denn die Evangelien erzählen, dass der Geist Gottes wie eine Taube auf Jesus im Fluss Jordan bei seiner Taufe durch Johannes, den Täufer, herabgekommen sei.


E

Epiphanias - Erscheinungsfest (christlich)

Epiphanias gehört für die Christen zum Festkreis von Weihnachten. Die Bibel erzählt, dass Sterndeuter aus der orientalischen Welt (in Legenden: die „drei Heiligen Königen“) einen besonderen Stern erkannt haben und ihm nach Bethlehem gefolgt sind. Zur Erinnerung ziehen vielerorts jugendliche Sternsinger, verkleidet als Caspar, Melchior und Balthasar, mit ihrem Stern von Haus zu Haus und bringen in Liedern und Versen die Weihnachtsbotschaft vom Frieden auf Erden. Auch heute noch schreiben sie deren Anfangsbuchstaben C - M - B über die Türen, was als „Christus mansionem benedicat“ („Christus segne dieses Haus“) gelesen wird, und sammeln dabei Spenden für die Armen der Welt.Der Besuch der Sternsinger wird 2021 coronabedingt ausbleiben.

Erntedankfest (christlich)

Am ersten Sonntag im Oktober wird in den christlichen Kirchen das Erntedankfest gefeiert. Der Dank für die eingebrachte Ernte hatte auch schon in vorchristlicher Zeit im Judentum wie auch im religiösen Leben des römischen Reiches einen festen Platz. Die Erntegaben, die an diesem Tag zum Altar gebracht oder um ihn farbenfroh ausgelegt werden, sind unmittelbarer Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott, der den Menschen mit der Ernte die notwendige Nahrung schenkt. In der christlichen Tradition wurde dieser Tag auch mit dem Gedanken des Teilens verbunden - die Ernte ist ein Geschenk aus der Hand Gottes, das zum Weiterschenken verpflichtet.

Ewigkeitssonntag (evangelisch)

Der Ewigkeitssonntag, früher Totensonntag, wurde offiziell durch den preußischen König Friedrich Wilhelm II. im April 1816 für die evangelischen Kirchen in Preußen eingeführt und auf den letzten Sonntag vor dem Beginn des neuen Kirchenjahres (1. Advent) gelegt. Die anderen evangelischen Landeskirchen in Deutschland und auch die in der Schweiz übernahmen diese Festlegung. In Deutschland handelt es sich dabei um einen sogenannten „stillen“ Trauer- und Gedenktag. Mit besonderen liturgischen Gottesdiensten wird der Verstorbenen im zu Ende gehenden Kirchenjahr gedacht. Zudem gelten spezielle Einschränkungen, was Tanzveranstaltungen oder Ähnliches im öffentlichen Raum und Gaststätten betrifft, um der Pietät dieses Gedenktages besonderen Ausdruck zu verleihen. Am gleichen Tag wird in der römisch-katholischen Kirche der Christkönigstag als Hochfest „Christus, König der Welt“ gefeiert. Dieses Fest wurde anlässlich des Heiligen Jahres 1925 von Papst Pius XI. mit seiner Enzyklika „Quas primas“ eingesetzt, auf den letzten Sonntag im Oktober gelegt und später im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahre 1970 auf den letzten Sonntag im November gelegt. Zudem wurde in den liturgischen Texten dieses Festes der eschatologische Aspekt der Königsherrschaft Christi stärker hervorgehoben.


F

Fest der Heiligen Familie (christlich)

Das Fest der Heiligen Familie ist erst im 19. Jahrhundert entstanden. Die Liturgie stellt an diesem Tag die Familie Jesu mit Maria und mit Josef und deren Flucht nach Ägypten in den Mittelpunkt. Sie wird als Vorbild gesehen und verehrt. In den sozialen Umbrüchen der beginnenden Industrialisierung betont die katholische Kirche so den Wert der Familie.

Fronleichnam (christlich, rk)

Zehn Tage nach Pfingsten wird in den katholischen Kirchen Fronleichnam als sogenanntes „Hochfest“ gefeiert. Der Name leitet sich her von „fron“ (= Herr) und „lichnam“ (= Leib). Das Fest wurde Mitte des 13. Jahrhunderts für die gesamte römisch-katholische Kirche eingeführt. Seine Beliebtheit verdankt dieser Festtag vor allem den reich- und blumengeschmückten Prozessionen. Theologisch wichtig wurde er zudem durch die Beschlüsse auf dem Konzil von Trient (1545 - 1563) als Antwort auf die protestantische Reformation und zur Erneuerung der römisch-katholischen Kirche.


G

Geburt des Baha'u'llah (Bahá'i)

Der Kalender der Bahá'i ist ein Sonnenkalender mit 19 Monaten zu je 19 Tagen. Dazu kommen noch vier Tage nach dem 18. Monat und bei Bedarf ein Schalttag. Das Jahr 1 ist umgerechnet 1844. Der Gründer der Bahá'i-Religion, Baha’u’llah, war in jungen Jahren Anhänger des Bab, seines Vorläufers. Im Jahr 1863 verkündigte er, dass er Gottes Sprachrohr in unserer Zeit sei und zu universellem Frieden führen werde. Die bedeutsamen Begebenheiten im Leben des Bab und des Baha’u’llah mit ihren Zwillingsoffenbarungen werden als Feiertage begangen. Mit Lesungen seiner Schriften und Meditationen gedenkt man der Geburt des Religionsstifters. 

Gründonnerstag (christlich)

An Gründonnerstag feierte Jesus mit seinen Jüngern das Abendmahl. Die Bezeichnung rührt von dem Wort „greinen“, „grienen“ (= weinen) her, denn an diesem Abend wurde Jesus im Garten Gethsemane von Soldaten verhaftet. 


H

Himmelfahrt Marias oder "Entschlafung Mariens" (christlich)

Katholische und orthodoxe Christen (28.08.) feiern die Aufnahme der Mutter Jesu in den Himmel.


I

Id al Fitr (islamisch)

Der muslimische Fastenmonat Ramadan endet mit einem mehrtägigen Fest, dem sogenannten Fastenbrechen, Id al Fitr. oder (türkisch) Seker Bayrami (das sogenannte Zuckerfest). Es zählt zu den wichtigsten Festen für Muslime. Schon während der letzten Fastentage zuvor werden hierfür im Haus vielerlei Vorbereitungen getroffen und die notwendigen Einkäufe getätigt. Es ist ein Fest der Familien, zu dem auch Freunde und Gäste eingeladen sind. Kurz nach Sonnenaufgang erfolgt das Festgebet, oft unter freiem Himmel. Denn der Überlieferung nach soll der Prophet Mohammed das Festgebet außerhalb der Stadt Medina abgehalten haben.

Id-Ul-Adha, Kuran Bayrami Opferfest (islamisch)

Das mehrtägige muslimische Opferfest (bis 15. 09.) erinnert an den Gehorsam und die Bereitschaft des Stammvaters Abraham (Ibrahim), auf göttliches Geheiß seinen Sohn zu opfern.Während in den Berichten des Alten Testaments von Isaac, dem Sohn Sarahs, gesprochen wird, handelt es sich in der islamischen Überlieferung um den erstgeborenen Ismail, den Sohn Hagars. Durch Gottes Eingreifen kommt es nicht zu dem Sohnesopfer. Stattdessen schächten Abraham und sein Sohn einen Widder.Dies alles fand nach der Überlieferung dort statt, wo heute in Jerusalem der Felsendom steht.


J

Jom Kippur (jüdisch)

Der jüdische Kalender kennt zehn Bußtage im Jahr. Der wichtigste ist Jom Kippur. An diesem Versöhnungstag wird nach talmudischer Tradition das Urteil über die Menschen besiegelt, das zehn Tage zuvor (dieses Jahr am Abend des 11. September beginnend) an Rosch ha-Schana, dem Tag des Gerichts und zugleich dem jüdischen Neujahrsfest, gefällt wurde. Der Versöhnungstag soll dazu dienen, den Menschen zu entsühnen. Insofern ist Jom Kippur ein Tag der Reue, der Buße und der Umkehr. Zugleich ist dieser Tag ein strenger Fastentag. Weder Essen noch Trinken sind erlaubt. Außer dem Benetzen der Hände und der Augen mit Wasser ist keine Körperpflege bis zum Ausgang des nächsten Abends erlaubt. Zum Andenken an die Verstorbenen wird vor dem Besuch der Synagoge ein Licht entzündet, das 24 Stunden brennen soll. 


K

Karwoche (christlich)

Mit Palmsonntag beginnt die Karwoche, in der Christen ihre wichtigsten Feiertage begehen.

Karfreitag (christlich)

Am Karfreitag wurde Jesus vor dem römischen Statthalter Pilatus verhört und zum Tod verurteilt. Um die Mittagszeit starb er am Kreuz und wurde in ein Felsengrab gelegt. 


L

Lailat al Bara'a (islamisch)

Am 27. März beginnt mit Lailat al Bara’a die Zeit der religiösen Besinnung, die anschließend in den Fastenmonat Ramadan übergeht. In der Nacht der Vergebung wirkt nach islamischer Auffassung Allah besonders segensreich und erhöre mehr Gebete als in anderen Nächten. Gute Taten werden in dieser Nacht doppelt angerechnet. Die Gläubigen verbringen weltweit diese Nacht betend zu Hause oder in den festlich erleuchteten Moscheen.

Lailat al Miraj (islamisch)

Lailat al Miraj erinnert an die Himmelsreise (al miradsch = Leiter) und die sogenannte Nachtreise (al isra) des Propheten Mohammed in Begleitung des Erzengels Gabriel, über die am Anfang der Sure 17 und im Hadith (Berichte aus dem Leben Mohammeds) berichtet wird. Mohammed soll, von Mekka kommend, auf seiner wundersamen Reise in Jerusalem Abraham, Mose und Jesus getroffen haben. In der islamischen Theologie wird darüber diskutiert, ob die Reise im Schlaf oder in wachem Zustand beziehungsweise in spiritueller Erfahrung erfolgt sei. An diesem Tag wird in den Moscheen in Sprechgesang und Gedichten des Propheten gedacht.

Lailat al Qadr (islamisch)

Nach muslimischem Verständnis wurde in der „Nacht der Bestimmung“ (Lailat al Qadr), das  heilige Buch der Muslime, der Koran, herabgesandt. Deshalb steht das Rezitieren des Korans im Mittelpunkt. Nach Sonnenuntergang wird dann im Kreis der Familie oder in der muslimischen Gemeinde festlich und gesellig gegessen.

Lailat ar Ragha'ib (Nacht der Wünsche) (islamisch)

Die Lailat ar Ragha'ib wird vor allem in türkischsprachigen Ländern der islamischen Welt gefeiert und wird auf Türkisch Regaib gecesi oder Regaib kandili genannt. Der Tag vor dieser besonders gesegneten Nacht soll mit Fasten verbracht werden. Ihre eigentliche Bedeutung liegt in der Erinnerung an die Empfängnis der Mutter Mohammeds. Die Nacht wird herkömmlich mit Beten, Bitten um Sündenvergebung und Lesungen aus dem Koran begangen.


M

Mariä Aufnahme in den Himmel (christlich)

Katholische und orthodoxe Christen feiern mit dem Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ die Aufnahme der Mutter Jesu in den Himmel. Papst Pius XII. bestätigte das Dogma der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel nach weltweiten Beratungen mit allen katholischen Bischöfen am Fest Allerheiligen (1. November) 1950. Das Motiv der Aufnahme Marias in den Himmel und ihre Krönung als „Himmelskönigin“ findet sich in vielen Altarbildern der Barockzeit und in vielen Deckengemälden. Auch in der Ostkirche gibt es schon früh ein solches Fest (Entschlafung der Gottesmutter), das im 6. Jahrhundert byzantinischer Staatsfeiertag wurde.

Mariä Empfängnis (christlich)

Am 8. Dezember feiert die katholische Kirche das sogenannte „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“, kurz „Mariä Empfängnis“. Die letztere Bezeichnung hat zu vielerlei Missverständnissen in der Marienverehrung geführt: in dem zugrunde liegenden sogenannten unfehlbaren Dogma des Papstes Pius IX. wird im Jahr 1854 von der „Unbefleckten Empfängnis Mariens“ gesprochen. Dahinter steht die Lehre, dass Maria, selbst natürlich gezeugt und empfangen von ihren Eltern Anna und Joachim, frei von jeder Sünde sei, das heißt „rein von jedem Makel der Erbsünde“. Dies unterscheidet die Mutter Jesu mit ihrer einzigartigen Nähe zu Gott von allen anderen Menschen.

Mariä Lichtmess (Darstellung des Herrn) (christlich)

Der 2. Februar war früher traditionell der Tag, an dem spätestens die Tannenbäume und der Lichterschmuck aus den katholischen Kirchen geräumt und die Krippenfiguren eingepackt werden. Das Fest der Darstellung des Herrn galt als der letzte Tag in der Weihnachtszeit. Das Datum berechnet sich vom 25. Dezember: ab dem 1. Weihnachtstag sind es insgesamt vierzig Tage bis zum 2. Februar. 40 Tage sind in der jüdisch-christlichen Tradition ein besonderes Zeitmaß (siehe unten). Der biblische Bezug des Festtages am 2. Februar basiert auf der alttestamentarischen Vorschrift, dass der Erstgeborene im Tempel als Eigentum Gottes „dargestellt“ und übergeben wird. Der volkstümliche Name des Festes „Mariä Lichtmess“ erinnert an die biblische Vorschrift, dass Frauen sich 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes einer kultischen Reinigung unterziehen müssen. „Lichtmess“ war in früherer Zeit zudem ein wichtiges Datum im Jahresablauf. Mit ihm verbanden sich Zahlungsfristen, Arbeitsverträge, volkstümliche Bräuche und vieles mehr. An diesem Tag erhielten zum Beispiel die Knechte und Mägde den Rest des noch ausstehenden Jahreslohnes; neue Arbeitsverträge wurden geschlossen und in manchen Gegenden symbolhaft auch ein Paar neue Schuhe übergeben. Ab diesem Datum wurde eine weitere Mahlzeit gereicht, denn es begann das neue „Bauernjahr“.

Mevlid - Geburt des Propheten Mohammed (islamisch)

Den islamischen Feiertag Mevlid oder Mawlid zur Geburt des Propheten Mohammed begehen die Muslime in aller Welt im Kreis ihrer Familien. Bei dem Fest wird gemeinsam gebetet, gesungen und aus dem Koran vorgelesen. Mohammed wurde 570 in Mekka als Sohn eines Kaufmannes geboren. Auch er wurde Kaufmann, reiste viel und lernte dabei auch den jüdischen und den christlichen Glauben kennen.


N

Neujahrsfest (christlich)

Auch „unser“ Neujahrsfest am 1. Januar war ursprünglich kein christlicher Festtag und geht auf die Reform des römischen Kalenders 153 vor Christus und den Julianischen Kalender seit 46 vor Christus zurück: der Jahresbeginn wurde vom 1. März auf den 1. Januar verlegt. Die endgültige Festlegung als Feiertag am 1. Januar erfolgte erst Ende des 17. Jahrhunderts unter Papst Innozenz XII.


O

Opferfest - Id al-Adha (islamisch)

Das mehrtägige muslimische Opferfest (türkisch: Kurban Bayrami) erinnert an den Stammvater Abraham und an seinen Gehorsam sowie die Bereitschaft, auf göttliches Geheiß hin seinen Sohn zu opfern. Während in den Berichten des Alten Testamentes von Isaac, dem Sohn Sarahs, gesprochen wird, handelt es sich in der islamischen Überlieferung um den erstgeborenen Ismail, den Sohn Hagars. Durch göttliches Eingreifen kommt es nicht zu dem Sohnesopfer (siehe Sure 37, 101). Stattdessen schächten Abraham und sein Sohn gemeinsam einen Widder. Dies alles fand nach der Überlieferung dort statt, wo heute in Jerusalem der Felsendom (Qubbat as-sachra) steht. Dieser ist eines der islamischen Hauptheiligtümer, erbaut Ende des 7. Jahrhunderts als ältester monumentale Sakralbau. 

Ostersonntag (christlich)

Als am Ostersonntag einige Frauen zum Grab kamen, fanden sie es leer. Ein Engel verkündete ihnen, Jesus sei auferstanden.


P

Palmsonntag (christlich)

Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Menschen legten ihm Palmzweige auf den Weg, um ihn als den verheißenen Messias zu begrüßen. 

Pessach (jüdisch)

Das Fest Pessach erinnert an die Flucht der Israeliten aus Ägypten. Ungesäuertes Brot, die Matzen („mazzot“), symbolisieren die überstürzte Flucht. Im Familienkreis wird das ‚Fest der Befreiung‘ gefeiert und die „Haggada“, die Erzählung vom Auszug, vorgelesen. Im Mittelpunkt des festlich gedeckten Tisches steht der Sederteller. Alle Zutaten (wie Bitterkraut, Charossetmus, Karpass, Ei und ein Schälchen Salzwasser) sind symbolischer Teil des Sederrituals. Als Sinnbild von vier der fünf Stufen der Befreiung und Erlösung werden gemeinsam vier Becher Wein getrunken.

Pfingsten (christlich)

Pfingsten geht auf das griechische Wort „pentekoste“ (= der Fünfzigste) zurück und wird vom mittelhochdeutschen „pfingesten“ hergeleitet. 50 Tage nach Ostern endet die österliche Zeit mit Pfingsten, das seit dem vierten Jahrhundert als Fest des Heiligen Geistes gefeiert wird. Dieser wurde nach christlicher Lehre allen Gläubigen geschenkt zur Stärkung der Erinnerung an die Person, die Worte und das Wirken Jesu Christi. Nur dort, wo Gottes Geist lebendig ist, geschieht nach der Kirchenlehre positive

Purim (jüdisch)

Purim: Das Fest geht auf das Buch Ester zurück, das von der Rettung der jüdischen Bevölkerung im persischen Exil erzählt. Es ist ein Fest der Befreiung und der Freude, das mit dem zweimaligen Vorlesen der Esterrolle (= Megilla) und mit einem Festmahl beginnt, zu dem man kostümiert erscheint. Haman, der neue Wesir des Königs Xerxes (Ahaschwerosch), plante die Ausrottung der Juden und ließ das Los (= Pur, Purim) darüber werfen, an welchem Datum dies geschehen sollte. Davon erfuhr die Königin Ester, die nach langem Fasten ihren Mann bewegen konnte, Haman und seine Söhne verhaften und hinrichten zu lassen. Diese Rettungsgeschichte wird ausgelassen gefeiert mit gegenseitigen Geschenken und Almosen für Arme.


Q


R

Ramadan (islamisch)

Im Monat Ramadan, dem „gesegneten Monat“, in dem der Koran, das heilige Buch der Muslime, geoffenbart wurde, verzichten die Muslime nach den Geboten des Koran von der Morgendämmerung bis nach Sonnenuntergang vollständig auf die Nahrungsaufnahme. Ausgenommen sind hiervon Schwangere und Stillende wie auch kleinere Kinder sowie Kranke und Reisende. Letztere sollen das Fasten nachholen. Denn dieses ist eine der „fünf Säulen“ der muslimischen Religion. Solange das sogenannte Fastenbrechen (Id ul- Fitr, der letzte Tag im Ramadan) nicht verkündet wird, sollen sich die Gläubigen am Tag des Essens, Trinkens aber auch des Rauchens sowie jeglicher Sexualität enthalten. Von besonderer Bedeutung ist die 27. Nacht des Ramadan (in diesem Jahr: 19. Mai), die „Nacht der Bestimmung“ (Lailat al Quadr), in der der Koran nach muslimischem Verständnis herabgesandt wurde. Deshalb steht das Rezitieren des Korans im Mittelpunkt dieser Tage. Nach Sonnenuntergang wird dann im Kreis der Familie oder der Gemeinde festlich gegessen. Bedingt durch den islamischen Mondkalender verschiebt sich der Ramadan jedes Jahr gegenüber dem bei uns üblichen Sonnenkalender.

Reformationsfest (christlich)

Das evangelische Reformationsfest erinnert an die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers in lateinischer Sprache, die 1517 die Kritik an der herrschenden römisch-katholischen Kirchenlehre zusammenfassten und zu einer akademischen „Disputation“ aufforderten. Letztlich wurde hierdurch die Spaltung der christlichen Kirche in Deutschland eingeleitet.

Ridvánfest (Bahá'i)

Das Ridvánfest ist das höchste Fest der Bahá‘i und dauert zwölf Tage. Die Bahá‘i-Gemeinden gedenken der Verkündigung ihrer Religion im Jahre 1863 im Garten Ridván (wörtlich: Paradies) nahe Bagdad durch den Religionsstifter Baha’u’llah. Hier erhob dieser den Anspruch, in Erfüllung aller früheren Prophezeiungen der Bote Gottes für die heutige Zeit und der „Verheißene aller Religionen“ zu sein. Geboren und aufgewachsen in Teheran, war Baha’u’llah als Anhänger der wenige Jahre zuvor entstandenen Babi-Religion nach Bagdad und dann später weiter nach Konstantinopel verbannt worden. Die wichtigsten Feiertage sind der erste Ridván (20.04.), an dem Baha’u’llah 1863 im Garten Ridván ankam, der neunte Ridván (28.04.) als Tag der Ankunft seiner Familie und der zwölfte Ridván (01.05.), der Tag seiner Abreise.

Rosh Ha-Schana (jüdisch)

Am 1. und 2. Tag des Monats Tischri werden das jüdische Neujahrsfest Rosh Ha-Schana (wörtlich „Geburtstag der Welt“ oder „Haupt der Welt“) und der Beginn des neuen Kalenderjahres 5781 gefeiert. Rosh Ha-Schana ist der Tag, an dem man Rechenschaft über sein bisheriges Tun ablegen und sich seiner moralischen Pflichten bewusst werden soll. Mit ihm beginnen die „zehn Tage der Umkehr“. Höhepunkt dieser „zehn ehrfurchtsvollen Tage“ (hebräisch „jamim noraim“) ist Jom Kippur, der Versöhnungstag.


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Schawuoth (jüdisch)

Schawuoth (hebräisch ‚Wochen‘) wird sieben Wochen nach Beginn des Pessachfestes als „Wochenfest“ gefeiert. Es hat eine doppelte Bedeutung: einerseits ist es zur Zeit der ersten Weizenernte im Jahr ein „Fest der Erstlingsfrüchte“, im Wesentlichen aber ist es ein Erinnerungsfest an die Übergabe der Tora am Berg Sinai an das jüdische Volk auf seiner 40-jährigen Wüstenwanderung durch Mose und insofern ein Fest der Offenbarung und Befreiung. In der mit Blumen geschmückten Synagoge werden die 10 Gebote verlesen. An Schawouth werden traditionell Gerichte aus Milch gereicht. Milch symbolisiert gewissermaßen die Tora, die das jüdische Volk wie ein unschuldiges Kind nährt. Es ist üblich, die ganze Nacht von Schawouth bis zum frühen Morgen mit dem Studium der Tora, des Talmud und der Kabbala zuzubringen.

Schemini Azeret (jüdisch)

Am letzten Tag des Laubhüttenfestes, das an die Wüstenwanderung der Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten erinnert, folgt das Schlussfest Schemini Azeret. Danach beginnt mit Simchat Tora (Fest der Freude an der Tora) wieder der neue Lesezyklus der Tora.

Simchat Tora (jüdisch)

Fest zur Freude an der Tora mit erneutem Beginn des jüdischen Lesezyklus.

Sukkot (jüdisch)

Nur wenige Tage nach dem jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana und Jom Kippur beginnt Sukkot, das eine Woche dauernde Laubhüttenfest. Es erinnert an die Wüstenwanderung nach dem Auszug aus Ägypten („In den Hütten sollt ihr sieben Tage wohnen…“). Wenn man die Möglichkeit hat, errichtet man eine Hütte im Garten oder auf dem Balkon als provisorische Behausung, in der man in der Regel die Mahlzeiten einnimmt. Am letzten Tag des Festes folgt als Schlussfest Schemini Azeret. Danach beginnt mit Simchat Tora wieder der Lesezyklus der Tora.


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Tag des Bundes (Bahá'i)

Der Tag des Bundes erinnert daran, dass der Religionsgründer Baha’u’llah seinen ältesten Sohn, Abdu’l-Baha, zum Bewahrer seines Bundes ernannte. Der Bund diente dazu, die Einheit des Bahá'i-Glaubens zu erhalten. Abdu’l-Baha leitete die Gemeinde bis zu seinem Tode 1921.

10. Tewet (jüdisch)

Der 10. Tewet ist ein sogenannter kleiner Fastentag im Judentum. Dieser wird sieben oder acht Tage nach Ende von Chanukka begangen und erinnert an den Beginn der Belagerung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnedzar im Jahr 597 v. d. Z., in deren Verlauf der Salomonische Tempel zerstört und das jüdische Volk in die Verbannung geführt wurde.

Tisha be Aw (jüdisch)

Am jüdischen Tisha b’Aw wird an die Zerstörung des ersten und zweiten Tempels in Jerusalem gedacht. Er wird als Fastentag begangen.

Tu B’Schwat – Neujahrsfest der Bäume (jüdisch)

Tu bedeutet die Zahl 15 und Tu B’Schwat bezeichnet am Ende der Regenzeit die Mitte des Monats Schewat und den Beginn der erwarteten Wachstumsperiode. In Israel ziehen an diesem Tag Kinder und Schüler aus, um junge Bäume zu pflanzen. So tragen sie auch zum Aufbau des oft kargen Landes bei. In der Diaspora, das heißt außerhalb Israels, wird hierfür Geld gespendet. Außerdem ist es oft Brauch, an diesem Tag besonders Früchte zu essen, die in Israel wachsen - in manchen Gemeinden bewusst 15 verschiedene Früchte.


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Verklärung des Herrn (christlich)

Das Fest „Verklärung des Herrn“ nimmt Bezug auf das Matthäusevangelium und den dortigen Bericht, wonach die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes auf dem Berg der Verklärung erlebten, wie Jesus vor ihren Augen verwandelt wurde: “ Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht." Und sie sahen Jesus mit Moses und Elias im Gespräch. Aus einer Wolke hörten sie die Worte: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.“

Verkündigung des Herrn (christlich)

Verkündigung des Herrn: Mit diesem Feiertag richtet die katholische Kirche ihren Blick auf die Geburt Jesu: neun Monate vor Weihnachten wird an den Besuch des Engels Gabriel bei Maria erinnert. Im Lukasevangelium wird erzählt, wie Maria die Botschaft hört, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen soll. Obwohl sie es nicht begreifen kann, ist sie bereit, dass Gottes Geist an ihr wirkt. Sie antwortet: „Ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Durch diesen Satz gilt Maria als Vorbild im Glauben an Gottes Wirken. Auch im Koran (Sure 19) wird die Verkündigungsgeschichte erzählt. Maria als Maryam genießt große Verehrung.


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