Stadt Heidelberg macht Barrierefreiheit ausleihbar

Hürdenlose Veranstaltungen jetzt dank Hilfsmittel-Pool leichter möglich

Wer in Heidelberg ein öffentliches Fest, ein Konzert oder eine Vereinsveranstaltung organisiert, kann ab sofort mobile Hilfsmittel für mehr Barrierefreiheit kostenlos ausleihen. Die Stadt Heidelberg stellt dafür über die Heidelberger Dienste gGmbH einen neuen Hilfsmittelpool mit einer mobilen Rampe, einem mobilen Hublift, einer Induktionshöranlage und Lärmschutz-Kopfhörern bereit. Ziel ist es, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder anderen Behinderungen die Teilnahme an Veranstaltungen zu erleichtern und Veranstaltende bei der Umsetzung von Barrierefreiheit zu unterstützen. Das neue Angebot wurde auf Initiative der Kommunalen Behindertenbeauftragten Christina Reiß eingerichtet. Am Mittwoch, 29. Juli 2026, wurde es in der Sporthalle der Wieblinger Fröbelschule vorgestellt.

Kostenlos ausleihen, Barrieren abbauen: Der Heidelberger Hilfsmittelpool

Viele Veranstaltungsorte sind noch nicht vollständig barrierefrei. Heidelberg setzt deshalb auf einen pragmatischen Ansatz: Statt aufwendiger Umbauten können Veranstaltende technische Hilfsmittel flexibel einsetzen.

Mehrere Personen präsentieren ausleihbare Hilfsmittel für barrierefreie Veranstaltungen, darunter mobile Rampen, Rollstuhlpodeste und Piktogramme.
Ein ganzer Pool an ausleihbaren Hilfsmitteln ermöglicht künftig barrierefreie Veranstaltungen für Vereine und andere Initiativen. Das neue Angebot präsentierten in der Sporthalle der Fröbelschule (von links): Czeslaus Mandalka (Beirat von Menschen mit Behinderungen), Reingard Cuba Ramos (Fachstelle barrierefreies Planen, Bauen, Wohnen der Stadt Heidelberg), Nadine Hülden (Heidelberger Dienste gGmbH), Detlef Barbis (Heidelberger Carneval Club Blau-Weiß 1960 e. V.), Dominik Hartmann (Heidelberger Dienste gGmbH), Judith Blumberg (Büro der Kommunalen Behindertenbeauftragten) und Uwe Huber (Heidelberger Carneval Club Blau-Weiß 1960 e. V). (Foto: Philipp Rothe)

Mit dem neuen Hilfsmittelpool bietet die Stadt eine praktische Lösung: So können die mobile Rampe Eingänge ohne Aufzug zugänglich machen, der mobile Hublift ermöglicht den Weg auf Bühnen und Podien. Menschen mit Hörgeräten profitieren von der mobilen Induktionshöranlage, während Lärmschutz-Kopfhörer Besucherinnen und Besuchern mit besonderer Geräuschempfindlichkeit eine entspanntere Teilnahme ermöglichen.

Die Ausleihe ist kostenlos und unbürokratisch: Interessierte wenden sich einfach an die Heidelberger Dienste gGmbH, Dominik Hartmann, Mobil 0160 97243128, E-Mail hartmann@hddienste.de Das Angebot richtet sich an alle, die öffentliche Veranstaltungen in Heidelberg organisieren.

„Barrierefreiheit bei Veranstaltungen ist keine Frage des guten Willens, sondern ein Recht. Mit dem Hilfsmittelpool, den Piktogrammen und dem Förderprogramm des Kulturamts haben Veranstaltende in Heidelberg jetzt alle Werkzeuge in der Hand, um dieses Recht Wirklichkeit werden zu lassen", betont Judith Blumberg aus dem Team der Kommunalen Behindertenbeauftragten.

Einer der Wieblinger Vereine, die sich auf die Hilfsmittel freuen, ist der Heidelberger Carneval Club Blau-Weiß 1960 e. V. „Als Verein, der Inklusion aktiv lebt und viele Mitglieder mit Behinderung in seinen Reihen hat, freuen wir uns sehr über die Neuanschaffung des mobilen Hublifts. Er ermöglicht unseren Gästen ebenso wie unseren Mitgliedern – ob mit Behinderung oder im Alter eingeschränkt – eine gleichberechtigte Teilhabe am Bühnengeschehen“, sagt 1. Vorsitzender Detlev Barbis.

Czeslaus Mandalka, Vorsitzender des Beirats von Menschen mit Behinderungen der Stadt Heidelberg, ergänzt: „Barrierefreiheit darf nicht vom Gebäude oder vom Budget einer Organisation abhängen. Heidelbergs Hilfsmittelpool zeigt, dass Kommunen mit vergleichsweise einfachen Mitteln mehr Teilhabe schaffen können. Das ist ein Weg, der auch über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung verdient.“

Der Hilfsmittelpool ist ein Kooperationsprojekt der Kommunalen Behindertenbeauftragten der Stadt Heidelberg und der Heidelberger Dienste. Weitere Informationen und der Kontakt finden sich online unter www.heidelberg.de/hilfsmittelpool.

Barrierefreiheit sichtbar machen: Piktogramme für Ankündigungen und Programme

Barrierefreiheit nützt nur, wenn Menschen davon wissen. Die Stadt Heidelberg stellt standardisierte Piktogramme kostenlos zur Verfügung, mit denen Veranstaltende auf einen Blick kommunizieren können, welche Zugänglichkeit ihre Veranstaltung bietet: ob Rollstuhlzugang, Induktionsschleife oder Gebärdensprachdolmetschung. Die Symbole können unkompliziert in Flyer, Programmhefte und digitale Ankündigungen eingebunden werden.

Finanzielle Unterstützung: Förderprogramm der Stadt

Das Kulturamt Heidelberg fördert die barrierefreie Ausgestaltung von Kulturveranstaltungen, etwa durch Zuschüsse für Gebärdensprachdolmetschung, Audiodeskription oder andere Maßnahmen zur Zugänglichkeit.

Auf einen Blick: Unterstützung für barrierefreie Veranstaltungen

  • Kostenloser Verleih der mobilen Rampe, eines mobilen Hublifts, einer Induktionshöranlage und von Lärmschutz-Kopfhörern
  • Kostenfreie Piktogramme zur Kennzeichnung von Barrierefreiheit
  • Förderprogramm des Kulturamts für Gebärdensprachdolmetschung, Audiodeskription und weitere Maßnahmen
  • Kostenlose Beratung der Fachstelle für barrierefreies Planen, Bauen, Wohnen der Stadt Heidelberg

Informationen gibt es online unter www.heidelberg.de/hilfsmittelpool.

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