Haushalt 2026: Leichte Verbesserungen erwartet
Trotz positiver Entwicklung bleibt deutliches Defizit
Das Haushaltsjahr 2026 der Stadt Heidelberg entwickelt sich besser als geplant: Im Ergebnishaushalt, dem laufenden Haushalt der Verwaltung, wird eine Verbesserung um 5,5 Millionen Euro erwartet. Im Ergebnis ist dennoch weiterhin mit einem deutlichen Defizit von nun 35,1 Millionen Euro zu rechnen. Trotz der positiven Entwicklung für 2026 kommt es damit nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Haushaltlage. Der begonnene Konsolidierungskurs muss fortgesetzt werden. Die Stadtverwaltung hat den Gemeinderat in dessen Sitzung am 15. Oktober 2026 über die Prognose für das Haushaltsjahr 2026 informiert.
Die Verbesserung im Ergebnishaushalt ist vor allem auf Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer zurückzuführen: Die Stadt erwartet hier Einnahmen von 166 Millionen Euro – das sind 4,5 Millionen Euro mehr als im Nachtragshaushaltsplan angenommen. Die Gewerbesteuereinnahmen stabilisieren sich damit weiterhin auf hohem Niveau. Hinzu kommen insbesondere geringere Ausgaben im Sozialbereich, vor allem bei den Sozialhilfeaufwendungen (-2,0 Millionen Euro) und durch einen gebremsten Anstieg der Aufwendungen bei der Jugendhilfe (-1,0 Million Euro). Darüber hinaus führen sinkende Kinderzahlen und ein geringerer Betreuungsumfang zu einem geringen Mittelbedarf in der Kinderbetreuung (-2,8 Millionen Euro). Diesen Verbesserungen stehen Mehrbelastungen insbesondere bei den Unterhaltungsaufwendungen (+1,9 Millionen Euro) sowie den Personal- und Versorgungsaufwendungen gegenüber. Bei Letzteren entsteht ein Mehrbedarf von 3,4 Millionen Euro – dies entspricht bei einem Gesamtansatz von 244,2 Millionen Euro aber lediglich einer Überschreitung um 1,4 Prozent.
Im Finanzhaushalt – hier werden die Investitionen abgebildet – kommt es im Saldo zu einem geringeren Mittelbedarf in Höhe von 16,4 Millionen Euro. Der Grund liegt vor allem darin, dass sich die Auszahlungen für Baumaßnahmen verzögern beziehungsweise einzelne Projekte später begonnen werden. In der Regel handelt es sich hierbei allerdings lediglich um eine Verschiebung der Mittel in das folgende Jahr.
Dies führt dazu, dass die Kreditaufnahme im Jahr 2026 mit 55,4 Millionen Euro deutlich unter dem Ansatz liegt (71,8 Millionen Euro). Der voraussichtliche Schuldenstand zum Jahresende 2026 erhöht sich daher auf maximal 366,7 Millionen Euro – schwächer als zunächst angenommen. Ende 2025 betrug dieser 322,5 Millionen Euro.
Hintergrund: Nachtragshaushalt 2026
Der Gemeinderat hatte am 5. März 2026 den Nachtragshaushalt 2026 beschlossen, der bereits deutliche Verbesserungen gegenüber den ursprünglichen Planungen umfasste. Mit den nun in der Prognose vorgestellten, weiteren Verbesserungen konnte der anfangs erwartete Fehlbetrag mehr als halbiert werden – auch dank eines Maßnahmenpakets mit mehr als 190 Einzelmaßnahmen für Einsparungen und Verbesserungen über alle Bereiche hinweg.
Die finanzielle Lage fast aller Kommunen bundesweit hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert. Das Gesamtdefizit aller Kommunen stieg von 6,8 Milliarden Euro im Jahr 2023 über 24,8 Milliarden Euro in 2024 auf mehr als 30 Milliarden Euro im Jahr in 2025. Zuvor hatte es fast zehn Jahre lang in Summe keine kommunalen Defizite gegeben. Ein Hauptgrund ist – neben Inflation sowie steigenden Personal- und Sachkosten – vor allem eine Überlastung der Kommunen durch Gesetze von Bund und Land. Das ist auch in Heidelberg massiv zu spüren. Der Deutsche Städtetag fordert vor diesem Hintergrund unter anderem eine Soforthilfe für die Kommunen und die konsequente Einhaltung des Konnexitätsprinzips („Wer bestellt, zahlt“).