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Gender als Politikum.

Analysen und Antworten.

Gender als Politikum Titelgraphik

Die Reihe Gender als Politikum. Analysen und Antworten. umfasst von Dezember 2022 bis März 2023 insgesamt sechs partizipative Veranstaltungen.

Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltungsreihe ist Teil eines erweiterten Heidelberger Präventionskonzepts zur Aufarbeitung einer in jüngster Zeit gestiegenen Zahl queer-feindlicher, antifeministischer Vorfälle.

Die Veranstaltungen werden organisiert vom Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg in Kooperation mit Mosaik Deutschland e.V., der LSBTIQ+ Fach- und Beratungsstelle PLUS e.V., dem Queeren Netzwerk Heidelberg und dem Karlstorbahnhof Heidelberg. Die Reihe wird im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg gefördert.

Alle Gesprächsformate finden unter Einbezug weiterer lokaler Expert*innen und der LSBTIQ+ Community statt und werden Möglichkeiten zum niedrigschwelligen Austausch bieten.

Donnerstag, 8. Dezember 2022: Die Ausweitung der Subjektzone – (Trans*)Gender als Politikum. Eine soziologische Abkühlung.

Die Ausweitung der Subjektzone – (Trans*)Gender als Politikum. Eine soziologische Abkühlung.
Vortrag
Referentin: Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky
Zeit: 8. Dezember 2022, 18 Uhr
Ort: Hörsaal 5, Neue Universität, Universitätsplatz 1, 69117 Heidelberg

Der Vortrag nimmt die aktuellen Erregungen rund um Gender ernst und fragt danach, was hier eigentlich verhandelt wird. In soziologisch und historisch informierter Perspektive wird dabei deutlich, dass es um Grundfragen sozialer Ordnung und deren Verunsicherung geht. Deutlich wird hoffentlich auch, dass wechselseitiges dissen, bashen, canceln oder karikieren wohl erwartbar, aber nicht hilfreich sind. Es gilt vielmehr, Konflikte und Anliegen ernst zu nehmen, ohne sie zu eskalieren, und dabei eine Ethik der Verwundbarkeit zu pflegen.

Paula-Irene Villa Braslavsky ist Professorin für Allgemeine Soziologie und Gender Studies an der LMU München. Sie forscht und lehrt u.a. zu Fragen von Biopolitik, Cultural Studies, Sozialtheorie, Gender und Politik, sowie zu Care und Familien. Villa Braslavsky ist seit 2021 Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und 2022 Trägerin des Helge-Pross-Preises für Familien- und Geschlechterforschung.

Begrüßung durch Stefanie Jansen, Bürgermeisterin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.

Im Anschluss an den Vortrag findet ein Gespräch mit der Referentin und dem Publikum statt.
Moderiert wird der Dialog von der Ethnologin Leyla Jagiella von der Muslimischen Akademie Heidelberg i.Gr. und Danijel Cubelic, Leiter des Amts für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg.

Der Flyer zur Auftaktveranstaltung als PDF zum Download (24,813 MB)


Donnerstag, 26. Januar 2023: Bildung als Mittel gegen Queer-Feindlichkeit und Antifeminismus

Bildung als Mittel gegen Queer-Feindlichkeit und Antifeminismus
Gespräch und Austauschforum
Referent*innen: Katharina Debus (selbstständige politische Bildnerin, Themenschwerpunkte: Geschlechterverhältnisse & geschlechterreflektierte Bildung) und Dr. Klemens Ketelhut (Mosaik Deutschland e.V., Projekt Konversionbehandlungen: Kontexte. Praktiken. Biografien.)
Zeit: 26. Januar 2023, Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr
Ort: Karlstorbahnhof Heidelberg, Marlene-Dietrich-Platz 3, 69126 Heidelberg

Katharina Debus und Dr. Klemens Ketelhut überlegen in ihrem dialogisch angelegten Vortrag, welche Rolle Bildung für die Auseinandersetzung mit Queerfeindlichkeit einnehmen kann. Sie loten dabei mit theoretischen und praktischen Bezügen Chancen und Grenzen aus und fragen sich, wie Bildungsarbeit im Bereich Antidiskriminierung aussehen kann um wirksam zu werden.
 
Katharina Debus, Politologin, beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit geschlechterreflektierter Pädagogik, geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, Geschlechterverhältnissen, Sexualpädagogik, Diskriminierungsprävention und Intersektionalität. 2001 begann sie mit politischer Jugendbildungsarbeit. Seit 2009 ist sie im gesamten deutschsprachigen Raum in der Pädagog*innenbildung, Konzeptentwicklung und Fachberatung tätig und veröffentlicht Texte und pädagogische Materialien. Dabei interessiert sie sich besonders dafür, wie emanzipatorische Lernprozesse zwischen der Erweiterung von Handlungsfähigkeit, Empowerment, Sensibilisierung und der Stärkung von Zivilcourage ermöglicht und begleitet werden können.
 
Dr. Klemens Ketelhut ist staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger und studierte Rehabilitationspädagogik, Soziologie und Volkswirtschaftslehre. Er arbeitete an den Universitäten Halle und Heidelberg sowie an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, dort zuletzt als Geschäftsführer des Annelie-Wellensiek-Zentrums für Inklusive Bildung. Er ist als Lehrbeauftragter an Hochschulen und Universitäten tätig und hält bundesweit Vorträge und Workshops zu differenzsensibler Pädagogik und (Hoch-)Schuldidaktik. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Konversionsbehandlungen, queere Bildung und der Pädagogisierung sozialer Bewegungen. Seit 2022 leitet er bei Mosaik Deutschland e.V. das Forschungsprojekt „Konversionbehandlungen: Kontexte. Praktiken. Biografien“.
 
Begrüßung:
Danijel Cubelic (Leiter des Amts für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg)
 
Anschließendes Austauschforum mit:
Katharina Debus und Dr. Klemens Ketelhut
Mosaik Deutschland e.V.
POWER UP von PLUS e.V.
Queer Sphere der LernZeitRäume Heidelberg
Queer Youth Heidelberg

Unter musikalischer Begleitung von DJ und Drag Queen Shayma Al Queer findet das Format als Barabend seinen Ausklang.

Infos zur Barriere-Armut: Das Kulturzentrum Karlstorbahnhof ist stufenlos zugänglich und es gibt eine barrierearme Toilette. 

Der Flyer zur 2. Veranstaltung als PDF zum Download (12,508 MB).


Donnerstag, 23. Februar 2023: „Wie gehts euch?“ – Folgen von Queer-Feindlichkeit

„Wie gehts euch?“ – Folgen von Queer-Feindlichkeit
Vortrag und Austauschforum
Referent: Prof. Dr. Stefan Timmermanns (Professor für Sexualpädagogik und Diversität in der Sozialen Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences)
Zeit: 23. Februar 2023, Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr
Ort: Karlstorbahnhof Heidelberg, Marlene-Dietrich-Platz 3, 69126 Heidelberg

Welche Bedeutung hat Beratung im Kontext von Queer-Feindlichkeit? Wie können queere Menschen, die Diskriminierung erfahren haben, gut unterstützt werden? Welche Bedarfe und Erwartungen haben sie an Institutionen, in denen Beratung stattfindet? Und welche Themen stehen dabei im Vordergrund? Mit diesen Fragen befasst sich der dritte Abend in der Veranstaltungsreihe Gender als Politikum. Analysen und Antworten.
 
Nach einer Begrüßung durch Danijel Cubelic, Leiter des Amts für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg, wird Dr. Klemens Ketelhut (Mosaik Deutschland e.V.) thematisch in den Abend einführen. Prof. Dr. Stefan Timmermanns (Frankfurt University of Applied Sciences) stellt in seinem Vortrag dann ausgewählte Ergebnisse aus der Studie „Wie geht’s euch?“ vor, die sich mit der Frage befasst, inwieweit queere Menschen in Deutschland stärker von physischen und psychischen Belastungen betroffen sind. Aus den Ergebnissen lassen sich wichtige Konsequenzen für queere Beratungsarbeit ableiten. Unter Beachtung unterschiedlicher Perspektiven zum Thema Beratung werden danach in verschiedenen Austauschforen konkrete Fragestellungen entwickelt.
 
Stefan Timmermanns, Dr. paed., ist Erziehungswissenschaftler und hat die Professur für Sexualpädagogik und Diversität in der Sozialen Arbeit am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit an der Frankfurt University of Applied Sciences inne. Er war Mitarbeiter von pro familia, der Deutschen AIDS-Hilfe und ist Vorsitzender der Gesellschaft für Sexualpädagogik. Zu seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkten gehören u.a.: Sexualpädagogik, Gender/Queer, Diversität, frühkindliche Bildung und geschlechtsbewusste Pädagogik.
 
Begrüßung:
Danijel Cubelic (Leiter des Amts für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg)
 
Moderation:
Dr. Klemens Ketelhut (Mosaik Deutschland e.V.)

Im Anschluss tauschen sich Vertreter*innen unterschiedlicher Selbstorganisationen zu ihren Erfahrungen aus der Praxis aus,
u.a. mit dgti Rhein-Neckar und PLUS e.V. sowie mit Betroffenen-Perspektiven auf Alter, Coming-out und Flucht.
Die Veranstaltung findet als Bar-Abend ihren Ausklang

Infos zur Barriere-Armut: Das Kulturzentrum Karlstorbahnhof ist stufenlos zugänglich und es gibt eine barrierearme Toilette. 

Der Flyer zur 3. Veranstaltung als PDF zum Download (3,308 MB).


Donnerstag, 9. März 2023: Workshop für lokale Multiplikator*innen

Antifeministische und christlich-fundamentalistische Vereinnahmung von Sozialarbeit
Workshop für lokale Multiplikator*innen
Zeit: 9. März 2023
Der Workshop ist inzwischen ausgebucht.


Donnerstag, 9. März 2023: Bündnisse schaffen gegen Antifeminismus und Queer-Feindlichkeit – Ein Gespräch zu widerstreitenden Positionen im Feminismus

Bündnisse schaffen gegen Antifeminismus und Queer-Feindlichkeit – Ein Gespräch zu widerstreitenden Positionen im Feminismus
Podiumsdiskussion
mit Len Schmid (mobirex), Sylvia Haller (ZIF-Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser), Leyla Jagiella (Muslimische Akademie Heidelberg i. Gr.) und Johannah Illgner (Moderation)
Zeit: 9. März 2023, Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19 Uhr
Ort: Karlstorbahnhof Heidelberg, Marlene-Dietrich-Platz 3, 69126 Heidelberg

Die Anerkennung von Frauen- und Transrechten ist Grundlage für eine liberale, demokratische Gesellschaft. Gleichzeitig sind Transfeindlichkeit und die Ablehnung von Geschlechtergleichwertigkeit seit jeher wichtige Agitationsfelder für rechts-konservative Gruppierungen.
 
Auch innerhalb von Frauenbündnissen und -gruppen besteht häufig Verunsicherung und nicht selten Überforderung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Diskursen zu lsbtiq+ Menschen – ein Dialog zwischen den entsprechenden Communities und politischen Vertretungen ist hier oft nicht ausreichend vorhanden. Dabei stehen Frauenrechte und die geschlechtliche sowie körperliche Selbstbestimmung für alle Menschen nicht im Widerspruch zueinander.
 
Welche Bündnisse und Räume der gemeinsamen Auseinandersetzung braucht es also, um Antifeminismus und Queer-Feindlichkeit geschlossen und solidarisch entgegenzutreten? Damit beschäftigt sich die Abschlussveranstaltung der Reihe „Gender als Politikum“.

Begrüßung und thematische Einführung:
Dr. Marie-Luise Löffler, Frauen-und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Heidelberg und Marius Emmerich, Koordinationsstelle LSBTIQ+ der Stadt Heidelberg (Amt für Chancengleichheit)
 
Moderation: Johannah Illgner
 
Im Dialog: Len Schmid (mobirex), Sylvia Haller (ZIF-Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser) und Leyla Jagiella (Muslimische Akademie Heidelberg i. Gr.)

Infos zur Barriere-Armut: Das Kulturzentrum Karlstorbahnhof ist stufenlos zugänglich und es gibt eine barrierearme Toilette. 

Der Flyer zu dieser Veranstaltung als PDF zum Download (3,055 MB).


Im März findet außerdem eine Sitzung des Runden Tischs sexuelle und geschlechtliche Vielfalt der Stadt Heidelberg gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Mannheim statt. Thematisiert werden soll, wie sich die Sicherheitslage von LSBTIQ+ durch die Zusammenarbeit von Polizeipräsidium, Stadtverwaltung, Fachstellen und Community verbessert hat, welche Angebote bereits bestehen und wie eine zukünftige Zusammenarbeit aussehen kann. Interessierte erhalten nach der Nennung von Namen, Kontaktdaten und der Initiative, die sie am Runden Tisch vertreten, weitere Informationen. Anmeldung per E-Mail an lsbtiq@heidelberg.de.

In Heidelberg waren im Mai 2022 queer- und frauenfeindliche Graffitis, Schriften und Aufkleber aufgetaucht, das Kulturhaus Karlstorbahnhof, Universitätsgebäude, das Rathaus und öffentliche Plätze wurden mit diffamierenden Aussagen beschmiert und beklebt, ebenso Plakate des Queer-Festivals und Mosaik Deutschlands. Die Fahrraddemo „Dykes on Bikes“ am 14. Mai 2022 wurde von Personen gestört, die Polizei musste einschreiten. Parallel wurde die Initiative Queergottesdienst Heidelberg mit christlich-fundamentalistischen Inhalten konfrontiert und Mitglieder persönlich kontaktiert. Queerfeindliche Botschaften und Motive wurden auf Social Media und im Stadtbild verbreitet. Die städtische Koordinationsstelle LSBTIQ+ registrierte mehr Beschwerden als je zuvor.

„Heidelberg wird nicht nachlassen, queere Menschen zu stärken und zu unterstützen. Die neue Veranstaltungsreihe ist ein weiterer Baustein, um Queer-Feindlichkeit entgegenzutreten“, so Bürgermeisterin Stefanie Jansen zum Start des Projekts.

Gleiche Rechte und Entfaltungsmöglichkeiten queerer Menschen zu unterstützen, ist das Ziel der Stadt Heidelberg. Seit September 2020 ist die Stadt Mitglied im Rainbow Cities Network, einem internationalen Zusammenschluss von Städten, die sich proaktiv für die Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren Menschen (kurz: LSBTIQ+) einsetzen.

Logoleiste der Reihe Gender als Politikum (Stadt Heidelberg, Mosaik Deutschland, BMFSFJ, Demokratie Leben, PLUS e.V., Queeres Netzwerk Heidelberg)