„Waldhauptstadt“ 2018
Heidelberg darf sich im Jahr 2018 „Waldhauptstadt“ nennen. Mit diesem Titel würdigt die Organisation PEFC das städtische Engagement im Bereich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung.
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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Hornissen- und Wespenbeauftragten:

Wiebke Wagner

Thomas Hartmann

Volker Flory

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:

Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie
Natur- und Landschaftsschutz
Prinz-Carl, Kornmarkt 1
69117 Heidelberg

Petra Weiß

Sophie Weber

Wespen, Hornissen und Bienen

Wespen

Zwischen März und April gründen die überwinternden Königinnen ein neues Volk. Die sozial lebenden Wespen beginnen mit dem Nestbau an dunklen Orten, wie Mäusebauten, auf Dachböden, in Rollladen- oder Nistkästen. Hierfür raspeln die Wespen Holz ab, das mit dem Speichel eine papierartige Masse erzeugt, aus der das Nest entsteht.

Zunächst schlüpfen Arbeiterinnen, die süße Nahrung benötigen. Diese finden sie in Baumsäften, Blütennektar und Fallobst sowie bei unseren Nahrungsmitteln.

Deutsche Wespe (Vespula germanica)
Deutsche Wespe (Vespula germanica) beim Abraspeln von Holz für den Nestbau. (Foto: Härle)

Die Wespenkönigin konzentriert sich nach dem Schlupf der Arbeiterinnen auf die Produktion von Jungköniginnen und Männchen. Die Larven werden von den Arbeiterinnen mit proteinreicher Nahrung versorgt: hauptsächlich werden Insekten gejagt, aber auch Fleisch von Aas, Gegrilltem und Wurst wird verfüttert.

Nachdem die Jungköniginnen von Männchen begattet wurden, stirbt das alte Volk. Nur die Jungköniginnen verlassen im Herbst das Nest, um zu überwintern und im Frühjahr ein neues Volk zu gründen.

Obwohl es in Deutschland 17 Faltenwespenarten gibt, sind aus dieser Familie insbesondere die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) bekannt, da sie auf der Futtersuche teilweise als aufdringlich empfunden werden. Sie besitzen eine schwarz-gelbe Musterung, gelbe Beine und – für die Faltenwespen typisch – schmale gefaltete Flügel. Bitte bewahren Sie Ruhe, schlagen nicht nach den Tieren und pusten sie diese nicht an. Das ausgestoßene Kohlendioxid wirkt auf Wespen als Gefahrensignal.

Sollten Sie ein Wespennest entdeckt haben, entfernen Sie sich und halten Sie Abstand. Sollte das Nest an einer Stelle liegen, an der Sie häufig vorbeikommen, wenden Sie sich an unsere Hornissen- und Wespenbeauftragten, damit das Nest, nach Erfordernis, entfernt werden kann.

Hornissen

Die größte Art aus der Gattung der Echten Wespen ist die Europäische Hornisse (Vespa crabro). Die Art ist 2 bis 3 Zentimeter groß, gelb und bräunlich gefärbt, mit braunen Beinen. Sie fällt häufig zuerst durch ihr tiefes lautes Brummen auf. Die Hornisse lebt ebenfalls sozial und beginnt ab Mitte Mai mit dem Nestbau in größere Baumhöhlen aber auch in Nistkästen oder auf Dachböden. Hierfür nutzt sie genauso wie die Wespen Holz, das mit Speichel gemischt als Material für den Bau dient. Zunächst schlüpfen Arbeiterinnen, die sich von süßer Nahrung ernähren und die Larven (Jungköniginnen und Männchen) mit Insekten versorgen. Dabei werden vorwiegend Wespen und Fliegen verfüttert. Die Jungköniginnen verlassen im Herbst das Nest, werden begattet und überwintern, um im darauffolgenden Jahr ein neues Volk zu gründen.

Europäische Hornisse (Vespa crabro)
Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) wirkt durch ihre Größe bedrohlich, ist jedoch sehr friedfertig. (Foto: Hoja)

Der Lebenszyklus der Hornissen ist dem der Wespen gleich, allerdings ist die Art eher friedfertig. Lediglich bei großen Störungen am Nest verteidigen sich Hornissen. Ein Hornissenstich ist jedoch nicht gefährlicher oder schmerzhafter als der einer Biene.

Hornissen sind besonders geschützt, weshalb ihr Nest nur in Ausnahmefällen zerstört werden darf. Zunächst wird versucht, die Tiere mit dem Nest umzusiedeln. In jedem Fall bedarf es einer Ausnahmegenehmigung. Bitte kontaktieren Sie die Hornissen- und Wespenbeauftragten.

Eine Ausnahme bildet die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Sie gilt als invasive Art und ist meldepflichtig.

Bienen

Die meisten Bienen sind an ihrer Behaarung gut zu erkennen.

Die Honigbiene (Apis mellifera) ist vorwiegend ein Nutztier und lebt daher meist in Haltung von Imkern. Der Hinterleib ist dunkelbraun gestreift und nur leicht behaart. Am Flügelansatz ist die Honigbiene hell behaart.

Sie deckt 80 % der Bestäubungsleistung ab. Dabei sind Honigbienen nicht auf bestimmte Pollen oder Nektar spezialisiert und ernähren sich sowie ihre Brut rein vegetarisch.
Honigbienen sind staatenbildend (sozial) und überwintern als Volk. Die Königin legt befruchtete Eier, daraus schlüpfen Arbeiterinnen und eine neue Königin. Aus den unbefruchteten Eiern schlüpfen Drohnen (Männchen). Die Arbeiterinnen versorgen die Larven, kümmern sich um den Wabenbau und sammeln Nektar und Pollen. Jedes Jahr übernimmt eine neue Königin den Staat. Die alte Königin schwärmt mit einem Teil ihres Volkes aus, um einen neuen Standort zu gründen.

Honigbiene (Apis mellifera)
Während Bienen, hier eine Honigbiene (Apis mellifera), Pollen sammeln, kann man gut die sogenannten "Pollenhöschen" erkennen. Die gesammelten Pollen werden an den Hinterbeinen abgestreift und wirken wie ein Höschen. (Foto: Böhringer)

In Deutschland leben über 600 verschiedene Wildbienen. Die meisten leben solitär, bilden also kein Volk, sondern versorgen ihre Brut alleine. Auch die Hummel ist eine Wildbiene, gehört aber neben den Furchenbienen zu den wenigen staatenbildenden Arten. Wildbienen sind besonders geschützt.

Wildbienen leben nur vier bis sechs Wochen. Zunächst schlüpfen die Männchen. Sobald die Weibchen geschlüpft sind, beginnen sie nach der Begattung mit dem Bau der Brutzellen, die häufig in hohlen Pflanzenstängeln oder Erdhöhlen angelegt werden. In jede Brutzelle wird ein Ei mit Pollen und Nektar gelegt und verschlossen. Etwa ein Jahr später schlüpfen die Wildbienen.

Wildbienen ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen und sind dabei häufig auf bestimmte Pflanzen spezialisiert. Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten sind bestandsgefährdet. Sie finden häufig keine Nahrung oder Nistmöglichkeiten mehr. Monotoner Anbau und Zierpflanzen sowie Versiegelung erschweren die Suche nach geeigneten Pflanzen oder Nistmöglichkeiten.

Wildbienen sind sehr friedfertig und würden nur im äußeren Ausnahmefall stechen, wenn man auf sie tritt, sie drückt oder sie sich in die Kleidung verirrt. Ihr Nest verteidigen Wildbienen nicht.

  • Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)
    Eine Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) an einer Apfelblüte. Die Mauerbienen können außerdem gut an den Insektenhotels in der Bahnstadt und dem Kirchheimer Loch aus der Nähe beobachtet werden. (Foto: Panienka)
  • Gartenhummel (Bombus hortorum)
    Auch die Hummel gehört zu den Wildbienen und ist eine der wenigen Wildbienen-Arten die einen Staat bilden. Jedoch überwintern nur die Königinnen. Hier sammelt eine Gartenhummel (Bombus hortorum) Nektar und Pollen an einer Brombeerblüte. (Foto: Panienka)
  • Große Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea)
    Die Große Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) ist ebenfalls eine Wildbiene. Sie fällt durch ihre Größe und den gesamten blaugrün-schimmernden Körper einschließlich der Flügel auf. (Foto: Lang)